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	<title>LaTeX Archives - Freigiebigkeit</title>
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	<description>(Fach-) Informatik vom Dorf</description>
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		<title>Musik, Wissenschaft und LaTeX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karsten Reincke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geisteswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Musikwissenschaftlerinnen haben es schwer — auch wenn sie LaTeX-Texte mit Notenbeispielen und Harmonieanalysen verfeinern wollen. Dieser Artikel fasst eine Untersuchung zum Thema LaTeX und Musikwissenschaft zusammen, die unter der Hand zu einer selbstreferentiellen Anleitung geworden ist. Repository Musikwissenschaft mit LaTeX Ansinnen Am Anfang wollte ich eine musikwissenschaftliche Arbeit schreiben. Wie geisteswissenschaftliche Texte mit LaTeX entstehen, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-medium is-resized is-style-default "><a href="https://karsten-reincke.de/wp-content/uploads/2023/05/musicology-ltx-logo-300x402-72dpi.png" data-fancybox><img decoding="async" src="https://karsten-reincke.de/wp-content/uploads/2023/05/musicology-ltx-logo-300x402-72dpi-224x300.png" alt="mwm logo" width="48"></a></figure></div>



<p>Musikwissenschaftlerinnen haben es schwer — auch wenn sie LaTeX-Texte mit Notenbeispielen und Harmonieanalysen verfeinern wollen. Dieser Artikel fasst eine <a href="https://kreincke.github.io/mwm.ltx/mwm.ltx.pdf">Untersuchung zum Thema <em>LaTeX und Musikwissenschaft</em></a> zusammen, die unter der Hand zu einer selbstreferentiellen Anleitung geworden ist.<span id="more-2517"></span></p>



<figure class="wp-block-table aligncenter is-style-stripes h5"><table><tbody><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center"><i class=" fa-brands fa-github"></i> <a href="https://github.com/kreincke/mwm.ltx">Repository</a></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><i class=" fa-regular fa-file"></i> <a href="https://kreincke.github.io/mwm.ltx/mwm.ltx.pdf" data-type="URL" data-id="https://kreincke.github.io/proScientia.ltx/humanities.pdf">Musikwissenschaft mit LaTeX</a> </td></tr></tbody></table></figure>



<p class="has-text-align-right"></p><div class="container"><div class="d-flex justify-content-end sample-row"><div class="col-xs"><div class="text-right">[ de | <a href="http://127.0.0.1/wpd.fd/mwm-ltx">en</a> ]</div></div></div></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ansinnen</h2>



<p>Am Anfang wollte ich eine musikwissenschaftliche Arbeit schreiben. Wie geisteswissenschaftliche Texte mit LaTeX entstehen, hatte ich schon systematisch erprobt.((Prinzipiell möglich sind sogar <a href="https://karsten-reincke.de/fussnoten/">Fußnoten in WordPress und HTML</a>)) Die Ergebnisse sind in das Tool ‘<a href="https://github.com/kreincke/proScientia.ltx">proScientia.ltx</a>’ eingeflossen; eine frühere Version firmierte unter <a href="https://github.com/kreincke/mycsrf">‘myCsrf’</a>. Deren Sinn hatte ich in einem <a href="http://kreincke.github.io/proScientia.ltx/humanities.pdf">Tutorial</a> dokumentiert und demonstriert.</p>



<p>Allerdings wusste ich damit noch nicht, wie man Musikbeispiele mit Open-Source-Tools generiert und in LaTeX-Texte integriert. Es gab bisher keine Sichtung dazu, ob und wie das mit freier Software umzusetzen wäre. Eine erste grobe Internetrecherche brachte eine Fülle an Tools und Methoden zu Tage — aber keine richtige Anleitung, keine Erklärung, welche Tools man wie man besten zusammenstöpselt, und schon gar kein Tutorial, ob und wie man mit freier Software Noten und Harmonieanalysen verknüpfen könnte.</p>



<p>Also stellte ich meine eigentliche Aufgabe hintan und analysierte zuerst das Thema <em>LaTeX und Musikwissenschaft</em>: Ich wollte vorher die dafür beste Methode kennengelernt haben, um nicht unterwegs feststellen zu müssen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Diese Untersuchung ist in ein umfangreiches Dokument eingeflossen: Es behandelt kleine Tools, beschreibt mögliche Backends, leuchtet  Frontends aus, untersucht Konverter und liefert schließlich eine Wegekarte möglicher Kombinationen.</p>



<p>Wie üblich habe ich den <a href="https://github.com/kreincke/mwm.ltx">Quellcode für diese Untersuchung zum Thema <em>Musikwissenschaft mit LaTeX</em></a><em> </em>als Open-Source-Software veröffentlicht, das PDF-Kompilat <a href="http://kreincke.github.io/mwm.ltx/mwm.ltx.pdf"><em>Musikwissenschaft mit LaTeX</em></a> steht online ebenfalls bereit. Der Witz ist, dass Verbindung von Untersuchung, PDF-Ergebnis und Quellen damit unter der Hand zu einer selbstreferentiellen Anleitung geworden ist, die einsehbar macht, was sie vorzeigt. Dieser kleine Artikel fasst wesentliche Ergebnisse der Untersuchung zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Backends</h2>



<p>Es gibt drei Backendsysteme, über die frau Musikbeispiele in LaTeX-Texte einbetten kann: die ABC‑, die MusixTeX- und die LilyPond-Notationsweise. Alle drei erzeugen gut lesbaren Notentext, LilyPond hat allerdings die Nase vorn:</p>



<p>Das ABC- und das LilyPond-Backend erzeugen jeweils ‘Notenbilder’, die als Graphik in den Text eingebettet werden. Sie mit LaTeX Mitteln zu erweitern oder zu kommentieren, ist mithin systematisch nicht möglich. Beide nutzen eine intuitiv erfassbare Sprache zur Eingabe von Partituren. Auch dabei liegt LilyPond vorn. Harmonieanalysen in die Notentexte einzubetten, war bei beiden Systemen allerdings nur sehr begrenzt möglich: man musste sich auf einfache Symbole beschränken und konnte keine komplexen Zusammenhänge repräsentieren.</p>



<p>Anders dagegen MusixTeX: Hier wird der Notentext auf LaTeX-Ebene formuliert. Das erlaubt eine textuelle Verknüpfung von LaTeX und MusixTeX. Diese Fähigkeit nutzt das LaTeX-Paket <em>harmony</em>. Mit ihm kann man auch sehr komplexe Harmonieanalysen in den Notentext einbetten. Allerdings zahlt man einen hohen Preis für diese Möglichkeit: die Syntax von MusixTeX ist so komplex und kompliziert, dass sie zu verwenden die Produktivität begrenzt.</p>



<p>Die Ausgangslage war also schon von den Backendsystemen her recht unangenehm: Die Musikwissenschaftlerin musstesich entweder auf einer langwierige ‘Fummelei’ einstellen, wenn sie wissenschaftlich adäquate Ergebnisse erzielen wollte. Oder sie nutzte eine elegante Sprache zur Notenrepräsentation und verzichtete auf komplexere Harmonieanalysen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Ausweg</h2>



<p>Beides war für mich unakzeptabel. Deshalb unterbrach ich auch noch diese meinem eigentlichen Ansinnen vorausgeschickte Untersuchung und entwickelte zwischendrin eine Bibliothek, die zumindest das für LilyPond-Notate leisten sollte, was ‘harmony’ für MusixTeX offerierte. Konsequenterweise nannte ich dieses Tool <em>harmonyli.ly</em>. Danach habe ich — wie üblich — <a href="https://github.com/kreincke/harmonyli.ly/"><em>harmonyli.ly</em> als Open-Source-Software</a> veröffentlicht, eine dazu passende <a href="https://karsten-reincke.de/harmonyli-ly/"><em>harmonyli.ly</em> Internetseite</a> angelegt und ein komplettes und ausgeklügeltes <a href="https://kreincke.github.io/harmonyli.ly/tutorial.pdf"><em>harmonyli.ly</em> Tutorial</a> geschrieben. Damit wurde der Weg <em>LaTeX + LilyPond + harmonyli.ly</em> zu einer echten Alternative zur <em>LaTeX + MusixTeX + harmony</em>:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="500" height="200" src="https://karsten-reincke.de/wp-content/uploads/2023/05/cadenca-func.png" alt class="wp-image-6813" srcset="https://karsten-reincke.de/wp-content/uploads/2023/05/cadenca-func.png 500w, https://karsten-reincke.de/wp-content/uploads/2023/05/cadenca-func-300x120.png 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px"></figure>
</div>


<p>Mittlerweile darf ich wohl sagen, dass sich harmonyli.ly – auch und gerade dank der Unterstützung durch die Community – zu einem musikwissenschaftlichen Tool entwickelt hat, das über die Fähigkeiten von <em>harmony</em> deutlich hinausgeht und mindestens ebenso gut dokumentiert ist.  Mehr noch: im Verbund mit <em>harmonyli.ly</em> werden <em>LilyPond</em> und <em>LaTeX</em> auf hohem Niveau zu einem vom Forschungsgegenstand her adäquaten Tool für Musikwissenschaftler.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Frontends</h2>



<p>Musikwissenschaftlerinnen sind allerdings immer auch Musiker: sie schreiben und lesen lieber Noten als spezielle Notationssprachen. Insofern wollte ich auch wissen, ob für die möglichen Backendsysteme passende Frontends bzw. Editoren zur Verfügung standen. Das Internet präsentierte viele. Ich habe die relevanten hinsichtlich Verfügbarkeit und Nutzbarkeit getestet. Letztlich blieben — prinzipiell gesehen — nur 7 Kandidaten: <em>EasyABC</em>, <em>Denemo</em>, <em>Rosegarden</em>, <em>MuseScore</em>, <em>Canorus</em>, <em>Frescobaldi</em> und <em>Elysium</em>. Allerdings stellte sich zuletzt heraus, dass</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>nur die semi-graphischen Editoren <em>Frescobaldi</em> und <em>Elysium</em> direkt mit <em>LilyPond</em> und <em>harmonyli.ly</em> nutzbar waren</li>



<li>es kein Frontend für <em>MusixTeX</em> gab, weder direkt, noch indirekt über die Einbindung von Konvertern</li>



<li>für <em>LilyPond</em> nur das graphische Frontend <em>MuseScore</em> existiert, sofern die Wissenschaftlerin bereit ist, ihre Arbeit als MusicXml-Datei zu exportieren und mittels des Konverters <em>musicxml2ly</em> in eine LilyPond Datei umzuwandeln, in die dann — über <em>Frescobaldi</em> oder <em>Elysium</em> — die <em>harmonyli.ly</em> basierte Harmonieanalysesymbole nachträglich einbettet werden.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Damit war das, was wirklich möglich war, zuletzt deutlich reduziert, selbst wenn man Konverter mit einbezog:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Letztlich kann man aus den Tools in und um LATEX + ABC kein akzeptables Editiersystem für Musikwissenschaftler zusammenstellen. </li>



<li>Der <strong>Vorteil der Methode <em>LaTeX + MusixTeX + harmony</em> </strong>liegt in der bruchlosen Integration in das gewohnte LaTeX-Handling und in der Tatsache, dass LaTeX-Syntagmen in MusixTeX-Bereichen verwendeten werden können.</li>



<li>Der <strong>Nachteil der Methode <em>LaTeX + MusixTeX + harmony</em></strong> besteht  in  der  Komplexität  und Unhandlichkeit von MusixTeX. Außerdem gibt es kein graphisches oder semi-graphisches Frontend zur Edition von MusixTeX-Dateien</li>



<li>Der <strong>Nachteil der Methode <em>LaTeX + LilyPond</em> <em>+ harmonyli.ly</em> </strong>besteht darin, dass die Notenbeispiele nicht nativ in den LaTeX-Text eingebettet werden, sondern ’nur’ als unabhängig generierte Graphiken. Damit muss man die Skalierung und Auflösung gesondert bedenken.</li>



<li>Dem stehen mehrere <strong>Vorteile der Methode <em>LaTeX + LilyPond</em> <em>+ harmonyli.ly</em> </strong>gegenüber:
<ul class="wp-block-list">
<li>Die <em>LilyPond</em>-Syntax ist deutlich einfacher als die von <em>MusixTeX</em></li>



<li>Mit <em>Frescobaldi</em> gibt es einen ausgezeichneten semi-graphischen Editor, der gleich auch die Zusatzbibliothek <em>harmonyli.ly</em> korrekt auswertet.</li>



<li>Mit <em>Elysium</em> steht  eine<em> Eclipse-</em>Alternative bereit.</li>



<li>In absehbarer Zeit dürfte <em>Canorus</em> zu einer nutzbaren dritten Möglichkeit werden.</li>



<li>Wer sich einen graphischen Editor wünscht, kann auf <em>MuseScore</em> zurückgreifen, seinen Text als <em>MusicXml </em>exportieren und nur die Analysen als LilyPond-Syntagmen einbetten — ein gut nutzbarer Weg, insbesondere wenn es um komplexere Notentexte geht.</li>
</ul>
</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Konsequenzen</h2>



<p>Damit dürfte auch klar sein, wie ich mein initiales Ansinnen beantworte: Ich nutze <em>LaTeX + LilyPond + harmonyli.ly</em>.</p>



<p>Insgesamt bin ich froh, den Dschungel der Möglichkeiten, der sich nach der reinen Internetrecherche abgezeichnet hatte, systematisch ausgeleuchtet und die wirklich gangbaren Wege gefunden zu haben. Jetzt weiß ich, woran wir sind. Ich brauche mir keine Sorge mehr zu machen, mitten in der Arbeit das Pferd wechseln zu müssen und all die schon geleistete Untersuchungsarbeit zu verlieren.</p>



<p>Ich wünschte allerdings, ich selbst hätte meine Arbeit schon gleich zu Anfang von jemand anderem erhalten anstatt sie selbst geschrieben haben zu müssen. Das hätte mir sehr viel Zeit gespart. So hoffe ich, dass andere meine Vorarbeit verwenden und ihre Zeit für produktivere Dinge nutzen können. </p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">
<h5 class="wp-block-heading"><i class="fa-solid fa-bullseye"></i> Und in welchem Zusammenhang …</h5>
  <p class="myPageContext">… steht das jetzt — im weitesten Sinne — mit <i class="fa-solid fa-music"></i>
  Musizieren? Nun, dafür brauchen wir zunächst ein <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/musik-ist-spiel/">Instrument</a>, 
  das <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/boegen-fuer-gute-geigen/">Zubehör</a> und ein 
  <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/anforderungen-an-einen-geigenkasten/">Etui</a>. Helfen können 
  uns dabei oft auch <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/frescobaldi-ubuntu/">kleinere</a> und 
  <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/musescore-ubuntu/">größere Computerprogramme</a>, mit denen wir 
  <a href="https://lilypond.org/">komponieren</a> und die wir 
  <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/harmonyli-ly/">verbessern</a>, 
  <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/mwm-ltx/">Musik wissenschaftlich analysieren</a> und 
  <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/workshops/">Workshops</a> vorbereiten können. 
  Dazu habe ich hier und im <a href="http://forum.geigen-forum.de/forum">Geigenforum</a> 
  einiges zusammengetragen.</p>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">
<p class="has-text-align-right">Im Übrigen: <i class="fa-solid fa-venus-mars"></i> 
<a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/wpd.kr/maenner-sind-mitgemeint/">Männer</a> 
sind <a href="http://127.0.0.1/wpd.kr/genderismus/">mitgemeint</a>.</p>
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